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Aliens vs. Predator 2 Review

22. Dezember 2001 / von Kai / Seite 4 von 5



   Die Technik

Die Einrichtung des Titels auf dem heimischen Rechenknecht läuft vollkommen problemlos ab. Eine komplette Installation fordert allerdings satte 1.14 Gigabyte Festplattenspeicher, was wohl mit der Tatsache zu tun haben könnte, das im Spiel lediglich kompressionsarme .WAV - Dateien für den Sound sowie zur Musikuntermalung genutzt werden. Der Vorteil: Die Geräuschkulisse ist dafür qualitativ freilich nahezu makellos. Der Nachteil: Die Auslagerungsdatei kann während des Spielens bei 256 MB RAM bis auf fette 800 MB bis 1 GB anwachsen, weil das Spiel aus irgendeinem Grund vorher gecachte Levelinhalte beim Wechsel in eine andere Map nicht wieder löscht. Wer das Spiel nach einer längeren Dauersession wieder beenden möchte, wartet unter Umständen gut und gerne einige Minuten, bis der Windows-Desktop wieder erscheint, da erst beim Verlassen des Spiels das gesamte Swapfile gereinigt wird.

Das Spiel selbst basiert auf der LITH-Engine (Build 2.0), welche von der Monolith-Tochterfirma LithTech interessierten Lizenznehmern kostenpflichtig zur Verfügung gestellt wird. Die gleiche Engine sahen wir zum Beispiel auch im preisgekrönten 3D-Shooter No One Lives Forever, in dem man als sexy Agentin Cate Archer im 60er Jahre Stil böse Buben zur Strecke brachte. Vorhergegangene Engine-Builds erweckten Titel wie Blood 2, Shogo oder das originale Aliens vs. Predator zum digitalen Leben.

Obwohl Grafikkarten-Hersteller wie nVidia oder ATi damit werben, dass Aliens vs. Predator II extra auf deren moderne DirectX7 & DirectX8 - Grafikkarten optimiert sei, fanden wir weder eine funktionierende TruForm-, noch etwa eine Pixelshader- oder gar Bumpmapping-Unterstützung irgendeiner Art vor. Die einzige "Optimierung" besteht in der vollen T&L Unterstützung nach DirectX7-Spezifikation. Ansonsten kann man Effekte wie Detail-Texturen oder auch schimmernde Oberflächen bestaunen, sollte man sich entscheiden, diese hinzuzuschalten.

Die Lith-Engine im allgemeinen hatte bisher aber auch immer einige Kinderkrankheiten, welche wir natürlich nicht verschweigen möchten. Was Aliens vs. Predator 2 angeht, läuft das Spiel an einigen Stellen im Spiel selbst mit einem 1-GHz-System und einer GeForce3-Grafikkarte nicht so "rund" wie vergleichbare Shooter, etwa Star Trek Voyager: Elite Force. Vor allem die Grafikausgabe, welche trotzdem gehobenen Ansprüchen vollends genügt, rechtfertigt diese Einbrüche in Sachen Geschwindigkeit unserer Meinung nach nicht.

Wir vermuten, das hier eine Inkompatibilität mit dem DirectMusic - Code des LITH 2.0 Build´s und einigen Systemkonfigurationen Schuld sein könnte, denn wenn wir die Spielmusik über das AVP2 Setup-Programm abgeschaltet haben, stimmte die Performance plötzlich wieder. Ob der Fehler beim Käufer auftritt oder nicht, scheint bisher noch der Zufall zu entscheiden, denn wir konnten in den Foren, in denen sich viele Spieler über dieses Problem beklagen, keine nennenswerten Gemeinsamkeiten der Systemkonfigurationen feststellen. Ein russisch Roulette sozusagen, aber die Macher des Spieles haben bereits einen Patch für Ende Dezember angekündigt.

Eindeutig negativ zu bewerten ist allerdings der Umstand, daß sich die dynamische Musik momentan nur gänzlich abschalten läßt. Bei No One Lives Forever, welches mit dem selben Problem zu kämpfen hatte, war wenigstens noch der Wechsel zu einer undynamischen Begleitmusik möglich, welche dann keine Performance-Probleme mehr hervorrief.

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Wären letztlich noch die Charakteranimationen zu erwähnen, die in einigen Situationen ein wenig zu wünschen übrig lassen - vor allem in den zahlreichen "In-Game Zwischensequenzen". Wüsste man nicht ganz genau, dass das Spiel gerade mit über 40 fps läuft, könnte man anhand einiger Animations-Interpolationen auf die Idee kommen, es wären nur die Hälfte.

Ansonsten trafen wir natürlich wieder auf den Lieblingsbug der 3D-Shooter Fangemeinde - den Clipping-Fehler. Stürmt man als Alien auf eine Gruppe Marines zu und verschwinden diese daraufhin nach ihrem Ableben mit ihrem gesamten Oberkörper in der Wand, ist es mehr oder minder unmöglich, den für ein Alien lebenswichtigen "Headbite" anzusetzen. Einmal abgesehen vom Realitätsfaktor, der durch solch unschöne Patzer für wenige Sekunden gänzlich flöten geht, eine recht ärgerliche Angelegenheit.

    Die minimalen, von Monolith angegebenen Systemanforderungen:
  • Prozessor ab 450 MHz
  • 128 MB RAM
  • 16 MB Grafikkarte mit DirectX8-kompatiblen Treibern*
    Unsere empfohlenen Systemanforderungen:
  • Prozessor ab mindestens 700 MHz, mehr ist besser
  • 128 MB RAM, mehr ist besser
  • 32 MB Grafikkarte mit DirectX8-kompatiblen Treibern*

* ... Dies bedeutet nicht, daß die Grafikkarte hardwaretechnisch DirectX8 unterstützen muß - sondern nur, daß sie über DirectX8-kompatible Treiber verfügen sollte.

Bis auf die Grafikkarten-Speichergröße spielt die verwendete Grafikkarte in Alien vs. Predator 2 nur die dritte Geige hinter dem Prozessor und dem RAM-Ausbau. Eine Grafikkarte vom Schlage Radeon, GeForce1, GeForce2 MX oder KYRO I/II reicht also weitestgehend für Alien vs. Predator 2 aus, aller Wahrscheinlichkeit nach reicht sogar eine Riva TNT2 noch aus.

Wesentlich mehr holt man durch 256 MB RAM oder besser noch mehr RAM aus dem Spiel heraus - auch 512 MB RAM sind hier gern gesehen. Richtig schön wird es, wenn das Spiel einen Prozessor mit einem Gigahertz oder mehr antrifft. Trotz T&L-Unterstützung ist Alien vs. Predator 2 in stärkster Form CPU-limitiert, womit sich wohl selbst eine 2-GHz-CPU in diesem Spiel noch lohnen würde.






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