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3dfx Voodoo5-5500 Review

21. Oktober 2000 / von Peter Gräber (HardTecs4U) und Leonidas / Seite 6 von 10



      Leistungsvergleich unter Direct3D

Die Testumgebung haben wir ja erläutert. In den nun folgenden Direct3D-Benchmarks ergibt sich leider das Problem, daß es momentan keine wirklich guten Direct3D-Benchmarks gibt, obwohl doch die meisten Spiele unter dieser API laufen. So fiel unsere Wahl doch wieder auf das eigentlich nicht ganz fair wertende 3DMark2000 und das schon etwas ältere Drakan.


3DMark2000

Pentium III E @ 866 MHz
  Voodoo5-5500               GeForce2 64MB

1024*768*16

4179 Pkt.

6703 Pkt.

1280*1024*16

3513 Pkt.

5209 Pkt.

1024*768*32

3515 Pkt.

5010 Pkt.

1280*1024*32

2440 Pkt.

3370 Pkt.

1300

2600

3900

5200

6500

7800

 

Im synthetischen Benchmark 3DMark2000 hat die Voodoo5 nicht viel zu Lachen. Das nVidia Konkurrenzprodukt zieht in allen Bereichen erheblich davon. Die Unterschiede werden je höher die Auflösung und die Farbtiefe allerdings geringer.

Um das 3dfx-Produkt etwas zu verteidigen: 3DMark2000 ist als synthetischer Benchmark darauf konzipiert, einen Querschnittsvergleich liefern zu können. Dafür ist eine extrem feine Abstimmung notwendig, die Punktezahl am Ende sollte diese Leistungen wiederspiegeln, welche momentan in Spielen mit der jeweiligen Karte erreicht werden. Hier hat sich der Hersteller MadOnion mit der 2000er Version doch um einiges verkalkuliert. Die vielen angekündigten T&L-Titel blieben bisher aus und die vorhandenen sind auch mit einer Karte ohne T&L (z.B. der Voodoo5) einwandfrei spielbar. MadOnion setzte aber im Herbst letzten Jahres bei der Programmierung der 2000er Version so stark auf den Erfolg von T&L, daß die Gewichtung dieses Features in der Punktewertung von 3DMark2000 einfach nicht der aktuell anzutreffenden Realität entspricht. Das konnte MadOnion selbstverständlich seinerzeit nicht wissen und im Kreis von T&L-unterstützenden Karten ist ihr Benchmark-Programm sicher erste Wahl - aber auch angesichts der Resultate der Voodoo5-5500 ist es für non-T&L-Karten ziemlich unfair ausgelegt.


Drakan

Pentium III E @ 866 MHz
  Voodoo5-5500               GeForce2 64MB

1024*768*16

60,8 fps

75,0 fps

1280*1024*16

43,6 fps

64,7 fps

1024*768*32

55,5 fps

65,6 fps

1280*1024*32

37,5 fps

54,0 fps

15 fps

30 fps

45 fps

60 fps

75 fps

90 fps

 

Nicht ganz so deutlich sind dann die Unterschiede im Spielebenchmark Drakan. Aber auch hier kann die Voodoo5 nicht voll aufschliessen. Erstaunlich zudem, daß die Voodoo5 in den höheren Auflösungen stärker abfällt als die GeForce2. In diesen höheren Auflösungen sollte es eigentlich vorwiegend um Speicherbandbreite gehen - und die ist bei beiden Karten gleich. Andererseits bewegen sich ausschließlich alle Werte im deutlich spielbaren Bereich - für ein SinglePlayer-Spiel.



      Leistungsvergleich unter OpenGL

Für die OpenGL-Test zogen wir Q3A und MDK2 zu Rate. Bei Q3A benutzen wir dabei eine leicht zu den maximalen Einstellungen veränderte Konfiguration: Ausgehend von den maximalen visuellen Einstellungen setzten wir die "Texture Detail" nur auf die dritthöchste Einstellung (3/4) sowie den "Texture Filter" auf "bilinear". Diese Einstellungen waren notwendig, um einen exakten Vergleich zu den Werten der Prophet II zu ermöglichen, welche unter diesen Einstellungen gebencht wurde. Der Unterschied zum "echten" HighQuality++ beläuft sich allerdings auf nur wenige Prozente.

Angefügt sei der Hinweis, daß die Voodoo5-5500 momentan sowieso kein trilineares Filtering unter OpenGL und Glide unterstützt. Dies ist allerdings ein reines Problem des Treibers, die Karte könnte durchaus diese Filtering-Methode anbieten. Allerdings kann sie es nicht in einem Renderingvorgang wie die GeForce-Karten - womit sie das gleiche Schicksal wie Matrox´ G400 ereilen würde: Mit aktiviertem trilinearem Filtering bricht die Geschwindigkeit um die 15 bis 30 Prozent weg (bei GeForce-Karten nur um die 3 Prozent). Wohl dieser Grund hat 3dfx bewogen, den Treiber um diese Option zu beschneiden und nur eine dürftige MipMap-Dithering-Methode anzubieten (ähnlich Voodoo 3 und Riva TNT 1/2), welche standardmäßig im Treiber auch noch disabled ist.

Wer sich im übrigen mit einer dies unterstützenden Grafikkarte den Unterschied zwischen trilinearem und bilinearem Filtering anschauen will, bemüht eine beliebige Q3A-Map und gibt in der Konsole die Kommandos "r_colormiplevels 1" und "vid_restart" ein. Die Übergänge zwischen den einzelnen MipMaps sind mit bilinearem Filtering deutlichst zu erkennen, während mit trilinearem Filtering diese Übergänge bei weitem nicht mehr so stark ausfallen. Wem dieser Test zu theoretisch ist - man kann diese Übergänge bzw. deren Nicht-mehr-Vorhandensein auch im normalen Spiel in der blauen Base von Q3CTF1 sehen. Dafür einfach den Boden betrachten und sich in der Base ein paar Meter vor- und zurückbewegen. Der Voodoo5 muß man allerdings zu gute halten, daß ich das Fehlen dieses trilinearem Filterings innerhalb einem Monats Q3A-Zockens mit dieser Karte und trotz Gewöhnung an das trilineare Filtern einer GeForce-Karte auch nicht bemerkt habe.


Quake III Arena

demo001 - Pentium III E @ 866 MHz
  Voodoo5-5500               GeForce2 64MB

1024*768*16

94,4 fps

119,7 fps

1280*1024*16

68,6 fps

91,9 fps

1024*768*32

77,8 fps

93,1 fps

1280*1024*32

48,1 fps

56,0 fps

23 fps

46 fps

69 fps

92 fps

115 fps

138 fps

 

Um auf den eigentlichen Test zurückzukommen: Auch hier zeigt sich uns ein sehr ähnliches Bild zu den vorangegangenen Tests, wobei der Unterschied im Test mit der höchsten Auflösung und Farbtiefe schon vernachlässigbar gering ist. Hier wird die Speicherbandbreite immer entscheidender und da haben beide Karten die gleichen Voraussetzungen. Anzumerken wäre, daß bei diesen Frameraten Q3A mit beiden Karten im SinglePlayer-Modus auf jeden Fall spielbar ist - denn den Unterschied zwischen 77 und 93 fps werden die wenigsten von uns sehen können.

Etwas anders läuft das im MultiPlayer-Modus: Dafür ist das Demo001 einfach zu weicht, sozusagen ein "BestCase". Und selbst in diesem Demo sind auch schon einmal in Einzelwerten Frameraten in Richtung der Hälfte des Durchschnitts zu beobachten. Wenn man öfters im Internet Matches mit 10 oder mehr Gegnern spielt (schon die meisten Team-basierenden Mods fallen darunter), ist die Performance des Demo001 nicht mehr zu halten und Q3A kann schnell auf wesentlich weniger durchschnittliche Frames herunterfallen. So gesehen zählen für den eingeschworenen Quaker auch die 93 fps der GeForce2 noch ein ganzes Stück mehr als die "nur" 77 fps der Voodoo5. Hier ist das Urteil sehr von den persönlichen Spielneigungen jedes einzelnen abhängig: Einen 1-1 Spieler muß dieser Unterschied nicht interessieren, einen CTF-Spieler um so mehr.

Anzumerken wäre außerdem noch dieser Punkt: Die GeForce2 erkauft sich einen großen Teil ihres Vorsprungs durch die automatisch in Q3A aktivierte Texturenkomprimierung. Die aktuellen nVIDIA Treiber stellen S3TC komprimierte Texturen allerdings momentan so schlecht dar, daß man eigentlich nur das Ausschalten dieser Komprimierung (bei nVidia-Karten) empfehlen sollte - was die GeForce2 allerdings um die 5 bis 15 fps kostet. So ist es leider mit einer GeForce normal, daß bei Q3A/CTF in der blauen Base ab und rote Farbkleckse an den Wänden zu finden sind, welche dort definitiv nicht hin gehören. Das Problem des grottenschlechten Himmels unter nVidia´s S3TC ist auch hinlänglich bekannt. 3dfx hat diese Problem offenbar besser im Griff - das Bild mit S3TC unterscheidet sich nur auf Screenshots von dem Bild mit originalen, unkomprimierten Texturen. Nebenbei ganz interessant: Für das Komprimieren der Texturen in Q3A benötigt die Voodoo5 merkbar länger als die GeForce2, was sich in längeren Einladezeiten beim Map-Wechsel bemerkbar macht.


MDK2

Pentium III E @ 866 MHz
  Voodoo5-5500               GeForce2 64MB

1024*768*16

85,1 fps

124,0 fps

1280*1024*16

79,6 fps

99,3 fps

1024*768*32

65,9 fps

95,6 fps

1280*1024*32

42,2 fps

58,7 fps

24 fps

48 fps

72 fps

96 fps

120 fps

144 fps

 

Keine Frage - hier verliert die Voodoo5 sehr deutlich gegen die GeForce2. Sicherlich hat letztgenannte Karte in MDK2 Vorteile durch die T&L-Unterstützung dieses Spiels, aber im Gegensatz zu 3DMark2000 ist dies ein Vorteil, welcher in der Realität stattfindet. Die Voodoo5 kann sich nur damit retten, daß die eigenen Frameraten genauso zu einem absolut flüssigen Spiel reichen werden - noch dazu bei einem SinglePlayer-Spiel.

Bislang sieht es also nicht gut aus für die Voodoo5-5500. Obwohl überall im sicher spielbaren Bereich, gelingt es ihr in keinem Test, mit der GeForce2 gleichzuziehen oder sie gar zu überflügeln. Sehen wir uns deshalb die einzige noch übrig bleibende API an, die 3dfx-Paradedisziplin Glide ...






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