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Die zukünftige CPU-Entwicklung bei Intel

14. Juli 2004 / von Leonidas / Seite 2 von 3


Intel scheint sich dies allerdings derzeit noch komplett offen zu lassen, denn DualCore-Planungen gibt es nicht nur für den mobilen Bereich und dort für die Pentium-M Prozessoren, sondern auch auf den Prescott-Prozessor. So sollen im HighEnd Desktop-Bereich weiterhin DualCore Prescott-Prozessoren regieren, während die DualCore Pentium-M Prozessoren neben dem mobilen Bereich auch in den Mainstream Desktop-Bereich wandern sollen, so daß sich folgende geänderte Roadmap ergibt:


neue Intel-Roadmap Prescott DualCore Prescott Jonah Merom/Conroe
Architektur Netburst-Architektur Netburst-Architektur, DualCore Pentium-M Architektur, DualCore stark verbesserte Pentium-M Architektur, DualCore
Caches 16 kB Level1 Daten-Cache, 12.000 MicroOps Level1 Trace-Cache, 1 MB Level2-Cache (später auch 2 MB) 2x 16 kB Level1 Daten-Cache, 2x 12.000 MicroOps Level1 Trace-Cache, 2x 1/2 MB Level2-Cache 2x 2 MB Level2-Cache, dazu vermutlich 2 x 32 kByte Level1 Daten-Cache, 2x 32 kByte Level1 Befehls-Cache 2x 2 MB Level2-Cache, andere Caches unbekannt
Erweiterungen MMX, SSE, SSE2, SSE3, EM64T, NX-Bit, HyperThreading MMX, SSE, SSE2, SSE3, EM64T, NX-Bit, HyperThreading vermutlich MMX, SSE, SSE2, SSE3, EM64T, NX-Bit, HyperThreading Vanderpool Technology, dazu vermutlich MMX, SSE, SSE2, SSE3, EM64T, NX-Bit, HyperThreading
Sockel Sockel 775 ? ? ?
Taktraten 2.8 GHz bis ? ? ? ?
FrontSideBus FSB800, ab 3.7 GHz FSB1066 ? ? ?
Fertigung 90nm wahrscheinlich 65nm 65nm 65nm
Markteintritt Juni 2004 H2/2005 H2/2005 H2/2006


Diese Roadmap hat leider derzeitig noch deutlich mehr Fragezeichen als die alte Roadmap, zudem unterscheidet sie sich in einem sehr wichtigen Punkt von der alten Roadmap: Es befinden sich gleich ganze drei verschiedenen CPU-Linien auf dieser Roadmap, welche dann auch noch gleichzeitig im Markt sein werden.

Zuerst einmal wird Intel den "normalen" Prescott weitertreiben, zudem wird die Einführung des FSB1066 auf noch dieses Jahr drastisch vorgezogen. Wie weit Intel den Prescott weiterführen wird, ist nicht sicher, bezüglich der Leistungsaufnahme unter der erklärten Intel-Strategie, nicht über 150 Watt gehen zu wollen, dürfte spätestens bei 4.8 bis 5.0 GHz Schluß sein. Intel hat zudem erklärt, dem Prescott zukünftig auch 2 MB Level2 Cache spendieren zu wollen - wann dieser Schritt kommen wird, ist aber noch unklar.

Daneben wird Intel aber wie schon ausgeführt auch einen DualCore Prescott anbieten, welcher irgendwann im zweiten Halbjahr 2005 erscheinen wird. Der Prozessor selber wird vermutlich unverändert sein, einzig wird es aufgrund des verdoppelten Cores wohl nicht ohne die 65nm Fertigung sowie eine gewisse Taktsenkung gehen. Welche Bedeutung dieser DualCore Prescott letztlich spielen wird, ist noch unklar und womöglich noch nicht einmal bei Intel so genau entschieden.

Wie erwähnt will sich Intel alle Möglichkeiten offenlassen, dazu gehört eben auch der DualCore Prescott. Sollten sich die DualCore Pentium-M Abkömmlinge im Desktop-Markt schnell durchsetzen können, würde der DualCore Prescott wohl sicherlich schnell überflüssig, da dessen Taktfrequenzen immer durch die zu hohe Leistungsaufnahme blockiert werden würden. Gut möglich also, daß der DualCore Prescott eher nur im Workstation-Markt zu finden sein wird oder aber allein die superteure Pentium 4 Extreme Edition Linie fortsetzt, für den breiten Markt aber keine wirkliche Rolle spielen wird.

Und letztlich haben wir dann noch die DualCore-Prozessoren Jonah und Merom/Conroe, ersterer für das zweite Halbjahr 2005 und die beiden letzteren für das zweite Halbjahr 2006 vorgesehen. Beide stammen vom Pentium-M ab, dürften aber für den Einsatz auf dem Desktop noch gewisse Nachrüstungen in Form von SSE3, EM64T, NX-Feature und HyperThreading bekommen. Letzteres ist zwar derzeit eher nur eine Vermutung, allerdings kann es sich Intel wohl kaum leisten, diese teils mit großem Brimborium eingeführten Features plötzlich nicht mehr anzubieten.

Beim Jonah-Core dürfte es sich dabei prinzipiell um einen doppelten Dothan-Core mit insgesamt 4 MB Level2-Cache handeln. Der Codename stammt im übrigen direkt aus dem mobilen Bereich, einen Codenamen für den Desktop-Einsatz hat dieser Prozessor noch nicht, da er ursprünglich nicht für den Desktop-Einsatz gedacht war. Aber durch die Streichung des Tejas-Prozessors bringt Intel nach allem bisherigen Wissen den Jonah-Core wohl auch für den Desktop.

Bei Merom/Conroe gibt es dagegen schon diese Trennung: Der Merom ist für den mobilen, der Conroe für den Desktop-Bereich. Als einziger sicherer Unterschied zum Jonah gilt derzeit die Vanderpool-Technologie, mit welcher man auf einem Prozessor mehrere Betriebssysteme gleichzeitig starten und nutzen kann. Allerdings wurde auch berichtet, daß es sich bei Merom/Conroe zudem noch um eine deutliche Weiterentwicklung des Pentium-M handeln soll - ohne das jetzt aber klar wäre, was genau geändert werden soll. Beide Prozessoren wurden im übrigen teilweise schon als Multi-Core Prozessoren beschrieben, was wir allerdings für eine eher unwahrscheinlich schnelle Entwicklung in so kurzer Zeit halten. Allerdings wäre es durchaus möglich, daß die Möglichkeit zu einem QuadCore in Merom/Conroe schon eingebaut ist und später von Intel genutzt werden wird.

Entscheidend für alle DualCore-Prozessoren von Intel wird dabei die 65nm Fertigung sein, ansonsten wird man den Leistungshunger dieser nicht in den Griff bekommen können. Über die Leistungsaufnahme des DualCore Prescott kann derzeit nur spekuliert werden, sie dürfte aber nahe 150 Watt liegen. Die ersten Jonah-Prozessoren sollen sich mit nur 45 Watt Leistungsaufnahme dagegen recht genügsam zeigen, zu Merom/Conroe liegen noch keine verläßlichen Angaben vor. Die durchschnittliche Leistungsaufnahme soll zudem durch eine Technologie gesenkt werden, bei welcher ohne Last der zweite Core on-the-fly deaktiviert wird und bei Last ebenso wieder gestartet wird. Die maximale Leistungsaufnahme, nach der sich die Dimensionierung von Kühlern und Netzteil richtet, wird damit natürlich nicht gesenkt.

Somit sehen wir auch keine großen Zukunftschancen für Prescott und DualCore Prescott, auch wenn Intel damit die Fahne der Netburst-Architektur weiterhin hochhalten will. Letztlich werden beide Prozessoren durch ihre Design-bedingte sehr hohe Leistungsaufnahme effektiv daran gehindert, mit immer weiter steigenden Taktfrequenzen in den Ring zu steigen, auch wenn diese rein technisch wohl problemlos möglich wären. Sobald sich mit den DualCore Pentium-M Prozessoren im Desktop ein Erfolg einstellt, wird Intel die Prozessoren auf Basis der Netburst-Architektur wohl mittelfristig auslaufen lassen.

Dies soll allerdings nicht aussagen, daß der Pentium 4 zu einer demnächst aussterbenden Spezies gehört. Intel wird vermutlich den normalen Pentium 4 Prescott noch recht lange mitlaufen lassen, einfach weil es eine große installierte Basis gibt und diese Prozessoren ja auch nicht schlecht sind. Wegen der vorskizzierten Zukunftsabsichten von Intel können wir derzeit auch niemanden empfehlen, auf den Pentium-M im Desktop zu warten, dafür ist die Zeit bis zu dessem Launch noch definitiv zu lang und es kann noch jede Menge an Roadmap-Änderungen passieren.






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