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Detonator 51.75 mit neuen "Optimierungen"

15. September 2003 / von Leonidas / Seite 2 von 3


Damit gilt jedoch zu sagen: Benchmark-Ergebnisse von Direct3D-Spielen zwischen dem Detonator 51.75 und früheren nVidia-Treibern sind nicht vergleichbar, da nVidia an den internen Filtereinstellungen einiges geändert hat. Es gibt zudem keine Möglichkeit, frühere Treiber zum Filterverhalten des Detonator 51.75 zu zwingen, genauso wie umgedreht derzeit keine Möglichkeit bekannt ist, den Detonator 51.75 zum Filterverhalten früherer Treiber zu bewegen. Treiber-Vergleiche zum Detonator 51.75 sind bezogen auf Direct3D-Anwendungen damit völliger Nonsens. Die einzige Ausnahme bildet Unreal Tournament 2003, da nVidia schon in den letzten 40er Treibern die generellen "Optimierungen" des Detonator 51.75 speziell für dieses Spiel einsetzte.

Allgemein betrachtet prescht nVidia damit im "Optimierungs"-Wettstreit mit ATi wieder ein Stück nach vorn. Allerdings muß nVidia hier zum Teil auch wieder in Schutz genommen werden: Prinzipiell gesehen bedeutet die neue Direct3D-"Optimierung" des Detonator 51.75 nur, daß nVidia mit der Direct3D-"Optimierung" seitens ATi seit dem Catalyst 03.2 Treibern grob betrachtet gleichgezogen hat. Denn wie unser entsprechender Artikel zeigt, hat ATi eine ganz ähnliche generelle Direct3D-"Optimierung" schon wesentlich früher eingesetzt:

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In gewissem Sinne zieht nVidia also nur nach mit ihrer Direct3D-"Optimierung" im Detonator 51.75. Nachteilig ist nur, daß sich die ATi-"Optimierung" über die Tweaktools rTool und aTuner ausschalten läßt, beim Detonator 51.75 ist derzeit keine solche Möglichkeit bekannt, es ist eine Zwangs-"Optimierung". ATi kann sich zudem etwas aus der Affäre ziehen durch das Argument, daß deren "Optimierung" bei Spielen, welche eigene Filter-Einstellungen mitbringen, nicht wirkt - bei nVidia ist die aufgezeigte "Optimierung" jedoch die default-Einstellung des Treibers im Applikation-Modus, ergo kann wohl keine Anwendung diese "Optimierung" außer Kraft setzen.


An dieser Stelle angelangt, sehen wir ein größeres Problem auf die Gamer-Gemeide zukommen: ATi und nVidia schaukeln sich offenbar mit wechselseitig immer stärkeren "Optimierungs"-Schritten immer weiter nach oben. Zuerst setzte ATi seit dem Catalyst 03.2 unter dem anisotropen Filter die trilineare Filterung der Texturenstufen 1-7 außer Kraft und lies diesen Texturenstufen nur noch einen bilinearen Filter zukommen. Dies beschränkte sich auf Direct3D-Spiele sowie auf den Einsatz des anisotropen Filters und trat nur dann zu Tage, wenn das Spiel keine eigenen Filter-Einstellungen mitbrachte (was allerdings ehrlich gesagt auf die meisten der heutigen Spiele zutrifft).

nVidia nimmt diese ATi-"Optimierung" aber nun scheinbar zum Anlaß, ähnliches zu tun. Dies ist aus Gründen der Fairness bei Benchmarks prinzipiell nicht völlig verkehrt, problematisch ist nur, daß nVidia wieder ein Stück weiter als die ATi-"Optimierung" geht: Erstens ist es eine Zwangs-"Optimierung", das heißt auch Spiele mit eigenen Einstellungen werden bei nVidia "optimiert". Desweiteren werden die Texturenstufe 1-7 jetzt beim anisotropen Filter nur noch 2x anisotrop gefiltert, egal ob man 2x, 4x oder 8x einstellt. Und letztens gilt die nVidia-"Optimierung" im Gegensatz zur ATi-"Optimierung" nicht nur unter dem anisotropen Filter, sondern generell. Allerdings hat nVidia auch wieder einen kleinen Vorteil gegenüber ATi zu bieten: Die Texturenstufen 1-7 werden bei nVidia nicht blank bilinear, sondern wenigstens pseudo-trilinear gefiltert.

Das Problem an der ganze Geschichte ist nun, daß ATi durch die neue nVidia-"Optimierung" eventuell Handlungsbedarf sieht, die eigene "Optimierung" weiter auszubauen. So könnte ATi mit Recht argumentieren, daß wenn nVidia nicht nur bei anisotroper Filterung optimiert, sondern generell, daß auch ATi dies in Zukunft so tun müßte. Oder aber wenn nVidia seine "Optimierung" zwangs-verordnet, daß auch ATi dies so tun müßte. Und letztlich könnte ATi den Grad des anisotropen Filters bei den Texturenstufe 1-7 auch auf generell 2x absenken, eben weil nVidia dies so tut. Im Gegenzug könnte nVidia die eigene "Optimierung" noch weiter ausbauen und den bisher pseudo-trilinearen Filter der Texturenstufen 1-7 durch einen bilinearen Filter ersetzen, eben weil ATi dies so tut. Die Folge wäre ein gegenseitiges Hochschaukeln der "Optimierungen" - sobald der eine Hersteller etwas stärker optimiert, wird der andere sich im Nachteil sehen und ebenfalls etwas weiter optimieren.

Die Frage, ob dies von seiten der Käufer wünschenswert wäre, brauchen wir eigentlich gar nicht mehr zu stellen. Im Zeitalter von Grafikkarten, welche in 90 Prozent der aktuellen Anwendungen deutlich schneller sind als notwendig wäre, liegt der Fokus eindeutig auf der höchstmöglichen Bildqualität - und nicht auf 5 fps mehr, nur um per Krampf irgendwelche Benchmarks zu gewinnen. Die Absenkung von Qualität, auch wenn der Unterschied kaum oder nur wenig sichtbar ist, muß bei der heutigen Grafikkarten-Hardware als völlig unsinnig betrachtet werden. Bei dieser Handvoll Spielen, welche mit heutiger Hardware zu langsam läuft, bieten diese Spiele zumeist selber genügend Konfigurations-Möglichkeiten, um auf eine spielbare Performance zu kommen.

Zwangs-"Optimierungen", welche alle Spiele auf Kosten der Bildqualität beschleunigen und damit in den allermeisten Fällen sowieso schon ausreichend schnelle Spiele unsinnigerweise noch schneller machen (dafür aber "häßlicher"), sind damit definitiv nicht wünschenswert. Deshalb fordern wir im Namen eines großen Teils der Gamer-Gemeinde die Grafikchip-Hersteller ATi und nVidia hiermit auf, in zukünftigen Treibern wieder Modi anzubieten, welche eine von "Optimierungen" freie Lehrbuch-Qualität bieten! Diese Modi müssen nicht unbedingt die Standard-Einstellung des Treibers sein - wenn ATi und nVidia ihren "Optimierungs"-Wettlauf weiter bestreiten wollen, sollen sie dies gerne tun.

Doch für diejenigen, welche auf vollste Bildqualität setzen, sollten beide Hersteller endlich einen von jeglichen "Optimierungen" befreiten optionalen "Super HighQuality" Modus in ihre Treiber einbauen. In diesem Modus sollte der Anwender zudem in der Lage sein, auch anisotropen Filter und Anti-Aliasing zuzuschalten können, ohne daß der Treiber wieder irgendwelche Zwangsoptimierungen ins Spiel bringt. Technisch ist ein solcher "Super HighQuality" Modus sicherlich problemlos machbar und verbraucht wohl deutlich weniger Programmierer-Arbeitszeit als all die optimierten Modi. Insofern sollten sich beide Hersteller endlich einmal aufraffen und ihren Kunden wieder die bestmögliche Bildqualität (optional) anbieten, mit welcher bei ATi und nVidia sowieso schon jederzeit geworben wird.






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