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S3 DeltaChrome Spezifikationen

19. Dezember 2002 / von aths & Leonidas / Seite 4 von 4


Update vom 10. Januar 2003:

Die Aussage aus den News des 8. Januar, der DeltaChrome Pixel Shader würde bezüglich seiner Fähigkeiten zwischen Radeon 9700 Pro und GeForceFX liegen, ist nicht korrekt. Richtig ist, daß der S3-Chip die Pixel Shader Spezifikation 2.0 etwas übererfüllt - aber nur genauso viel wie auch der ATi-Chip, welcher seinerseits ebenfalls die Spezifikation 2.0 etwas übererfüllt. Die entsprechende Vergleichstabelle der DirectX9-Fähigkeiten von Radeon 9700 Pro, GeForceFX und DeltaChrome wurde daraufhin angepasst.

Interessanterweise gibt S3 seinen Pixel Shader mit "2.0+" an, was technisch gesehen richtig ist, da die Spezifikation 2.0 ja übererfüllt wird. ATi hingegen gibt den Pixel Shader der Radeon 9700 Pro konservativ mit "2.0" an - obwohl exakt dieselben Fähigkeiten wie bei S3 vorliegen :-)). Daneben gibt es einen interessanten Artikel von ExtremeTech zum S3-Chip: In diesem wird noch einmal die LowCost-Ausrichtung des Chips betont, S3/VIA will damit einen Markt unterhalb von ATi und nVidia angreifen. Gleichzeitig will man aber auch 20.000 3DMarks erreichen. Selbst bei einem Pentium 4 mit 4 GHz halten wir dies aufgrund der CPU-Limitierung des 3DMark2001 unter 1024x768 für kaum machbar, aber in Asien operiert man halt gern mit solchen Fabelwerten.

Griffiges gibt es zu einigen noch vakanten Punktes des DeltaChrome: Chip- und Speichertakt werden einheitlich 300 MHz betragen und das Speicherinterface ist ein 128 Bit DDR-Interface. Damit steuert S3 auch rein leistungsmäßig ganz klar nicht Radeon 9700 Pro und GeForceFX Gefilde, sondern ATi RV350 und nVidia NV31 als Konkurrenz an. Zusätzlich gibt es eine S3 Grafikchip-Roadmap, welche einige neue Fakten liefert: So wird es zum normalen DeltaChrome mit 8 Rendering-Pipelines noch eine Variante mit nur 4 Pipelines und dem Namen "DeltaChrome MS" geben. DirectX9 bleibt auch beim DeltaChrome MS an Board, allerdings gibt S3 bei diesem Chip erstaunlicherweise nur Vertex und Pixel Shader 2.0 und nicht 2.0+ an.

Der DeltaChrome MS scheint also auch bezüglich der Rendering-Fähigkeiten abgespeckt zu werden. Der Chip- und damit wohl auch der Speichertakt soll 300+ MHz betragen. Eine Termin-Angabe zum DeltaChrome MS gibt es nicht, wir gehen derzeit vom 3. Quartal aus. Wenn alles gut geht, hat S3 dann im 4. Quartal schon einen DeltaChrome-Refresh mit dem Namen "DeltaChrome 2" anzubieten. Dieser soll auf 400 MHz Chip- und wohl auch Speichertakt laufen und dann schon DDR/II Speicher unterstützen (wobei dies für die Performance nicht von Belang ist). Der DeltaChrome 2 wird weiterhin DirectX9 sein, zusätzlich schreibt S3 etwas von einer verbesserten Effizienz, was auch immer diese bedeuten mag.

Und letztlich steht am Horizont noch der "Destination" (dessen wohl noch vorläufiges Logo lustigerweise direkt vom gleichnamigen Hollywood-Studio Destinations Films kopiert ist), welcher zum Ende des Jahres sein Tape-Out haben soll und demzufolge für das 2. Quartal 2004 angesetzt werden kann. Die Grundausrichting des Chip scheint allerdings noch nicht so richtig festzustehen, S3 gibt hierzu "DX9(10)" an, wobei letztere Möglichkeit voraussetzen würde, daß DirectX10 bis zum Jahresende zumindestens planerisch abgeschlossen ist. Zumindestens scheint aber sichergestellt, daß S3 es nicht nur beim DeltaChrome belassen wird, sondern wieder ernsthaft den Desktop-Markt attackieren wird.


Update vom 13. Januar 2003:

Die FiringSquad hat ein Preview zum S3 DeltaChrome DirectX9-Grafikchip mit einigen interessanten neuen Details online gebracht. So läßt sich erfahren, daß S3 mit diesem Chip nur etwas über der Hälfte der GeForceFX-Transistorenmenge liegen will, ergo bei klar unter 100 Millionen Transistoren (Radeon 9500/9700: 107 Mill. bzw. GeForceFX: 125 Mill. Transistoren). Zudem wird es zusätzlich eine niedriger getaktete Ausführung des original auf 300 MHz veranschlagten Chips geben, welche dann mit um die 200 bis 240 MHz takten soll. Wirklich entscheidend ist aber die Information zum Speicherinterface ...

Denn danach will S3 wie auch ATi und nVidia das 128bittige DDR-Speicherinterface des DeltaChrome vierfach unterteilen, sprich in 4 Stück 32 Bit DDR Controller. Damit ist S3 der erste Grafikchip-Entwickler außerhalb von ATi und nVidia, welcher auf diese feine, aber hochwirksame Technik setzt, ohne welche sich heutzutage eigentlich kein 3D-Beschleuniger mehr in den Markt trauen sollte. Noch liegt allerdings kein finaler Chip des DeltaChrome vor, weswegen S3 auch von einer Verfügbarkeit erst zum Ende des zweiten Quartals ausgeht. Zum Preis sagte man nichts konkretes, ließ jedoch als Zielmarkt klar das Radeon 9500 /Pro Segment durchblicken.


Update vom 17. Januar 2003:

Wie Golem berichten, hat S3 nun auch noch die mobile Variante des DeltaChrome vorgestellt, "DeltaChrome X9m" genannt. Damit hat man im "Präsentationsrennen" der mobilen DirectX9-Grafikchips ATi´s M10 sowie nVidia´s NV31M & NV34M klar geschlagen. Ob man den Chip aber dann auch als erster auf den Markt bringen kann, ist derzeit noch vollkommen offen. Aus den Ausführungen von Golem lässt sich im übrigen auch noch ein weiteres Puzzle-Steinchen zum Bild der Desktop-Variante DeltaChrome hinzutragen: Wie nVidia wird S3 Displacement Mapping nicht in Hardware, sondern wohl nur über eine (langsame) Vertex Shader Emulation unterstützen.


Update vom 10. Juni 2003:

Bei S3 hat man in letzter Zeit die Webseiten zum DeltaChrome DirectX9-Grafikchip bzw. speziell die Seite zu dessem Advanced Deferred Rendering aktualisiert: Aus dieser läßt sich entnehmen, daß die DeltaChrome-Architektur die Möglichkeit hat, in einem ersten Rendering-Durchgang eine Analyse der Z-Informationen durch (scheinbar keine komplette Z-Berechnung, sondern nur eine Z-Analyse), um dann in einem zweiten Rendering-Durchgang erst die eigentliche Szene zu rendern - S3 nennt das "Deferred Rendering with a Two-Pass Rendering Scheme". Durch diese vorgezogene Z-Analyse können dann bei der eigentlichen Berechnung diese Teile des Bildes wegfallen, welche von anderen Objekten verdeckt sind. Die Effizienz der KYRO-Chips wird diese Methode allerdings nicht erreichen können, nichts desto trotz ist S3´s Deferred Rendering auch zu guten Effizienzgewinnen gegenüber herkömmlichen Renderern in der Lage.

Nebenbei hatten wir ähnliches bereits in dem Artikel mit DeltaChrome-Spezifikationen vom letzten Dezember vermutet - nur damals waren die Aussagen auf der S3-Webseite viel zu dürftig, um sich diesbezüglich sicher sein zu können. Die anderen Angaben des vorgenannten Artikels sind im übrigen nach wie vor noch aktuell, leider hat S3 bis dato nichts genaueres an Spezifikationen zur Verfügung gestellt. Einzig allein läßt sich nun noch hinzufügen, daß die Textureneinheiten des DeltaChrome wohl gleich trilinear filtern, was bei 8 Textureneinheiten und einem angepeilten Chiptakt von 300 MHz durchaus ein gutes Stück Rohpower darstellt (2,4 GTexel trilineare Füllrate, ähnlich Radeon 9700 /Pro).

Abseits der technischen Fragen stellt sich speziell zum S3 DeltaChrome langsam aber sicher auch die Frage nach dem Termin bzw. der Einhaltung dessen. Unser Spezifikations-Artikel stammt vom Dezember, daneben hat S3 den Chip noch einmal rein offiziell auf der CeBIT 2003 angekündigt. Das ist mittlerweile Monate her und von S3 hört man seitdem mehr oder weniger nichts neues. Zudem sind Markteinführungen von einem Tag auf den anderen heutzutage eher unüblich, was heißt mag, daß von diesem Tag an, wo S3 die Markteinführung von DeltaChrome-Grafikkarten bekannt gibt, locker noch einmal zwei Monate bis zu deren tatsächlichem Eintreffen bei den Händlern zu rechnen sind.

An dieser Stelle angekommen, stellt sich nun die Frage, was die Menschheit im August 2003 noch mit einem DeltaChrome-Chip anfangen will, wenn der Markt gerade von billigen Radeon 9700 /Pro und leistungsfähigen Radeon 9800 Pro und GeForceFX 5900 /Ultra Karten überflutet wird. Auch der Mainstream-Markt strotzt derzeit mit verschiedenen Radeon 9500/9600 und GeForceFX 5200/5600 Ausführungen vor Vielfalt - nicht unbedingt das beste Terrain für einen neuen Grafikchip einer Firma, welche eigentlich noch nie für 3D-Ruhmestaten bekannt war. Gemäß dieser Überlegungen sehen wir ehrlicherweise nur noch geringe Chancen darauf, den DeltaChrome-Chip noch einmal im Retail-Markt zu erleben. Verloren ist diese Entwicklung natürlich deshalb nicht, die S3-Mutterfirma braucht schließlich schon allein wegen Windows Longhorn einen DirectX9-Beschleuniger für integrierte Mainboard-Chipsätze.






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